Bedürfnisorientierte Paartherapie

Nach mehreren Jahren, zunächst als Seminarleiter sowie Life-Coach und dann als Paartherapeut, mit eigener Praxis in Saarbrücken sind für mich - nach der Begleitung von weit über tausend Paaren - die wesentlichen Probleme in Beziehungen evident:

Es handelt sich in erster Instanz um frustrierte Bedürfnisse, was dann in zweiter Instanz zu schadhaften Dynamiken und letztlich immer zum Aufbau von Distanz und Verbindungsverlust führt.

Die meisten althergebrachten Methoden und Therapieformen adressieren hier eine falsche Stelle, weil sie - insgeheim oder ganz offensichtlich - von einem Richtig oder Falsch, also von einem moralisch oder wertegemäß stimmigen Verhalten ausgehen. Dabei sind die Werte, die Wünsche und vor allem die Bedürfnisse von Menschen in der Tiefe hochgradig individuell.
Nicht dies ist die Stelle an der für nachhaltige Veränderung angesetzt werden kann, sondern allein der Umgang mit einander und damit das Verhalten bei Bedürfnis- und Wertekonflikten ist wesentlich.

Die Methodik

Die Bedürfnisorientierte Paartherapie gliedert sich methodisch in die von Miriam Krafft und mir entwickelten "3 Säulen einer tragfähigen Partnerschaft" auf. Eine tragfähige Partnerschaft ist eine, die auf äußere und innere Entwicklungen und Störimpulse reagieren kann. So findet sich immer eine Lösung, wenngleich die Beziehung lebendig und flexibel - bedürfnisorientiert - bleibt.

Die Bedürfnisorientierte Paartherapie kommt vollständig ohne einen Täter oder Schuldzuweisungen aus!
Pathologien, Wertungen und Beurteilungen werden vollständig vermieden und Moral- sowie Wertvorstellungen spielen keine Rolle. Nur so, können wir der Individualität der Klienten gerecht werden, ohne jemanden in einen ideologischen Karton zu stecken, in dem er sich ohnehin nicht wahrgenommen fühlt.

Säule 1 - Bedürfnisorientierung

Bedürfnisse sind der Antrieb für ALLES, was wir im Leben tun oder lassen. IMMER steht ein Bedürfnis dahinter. Nur wirken Bedürfnisse eben all zu häufig aus dem Unterbewussten auf unser Handeln, unsere Werte und damit auf unser Verhalten ein.
Es gilt in der Paartherapie die (häufig eben) unbewussten Antriebe, warum jemand etwas so empfindet bzw. entsprechend handelt, bewusst zu machen und den Klieneten dafür zu sensibilisieren, wie tiefgreifend die eigenen Bedürfnisse die eigene Haltung und das Handeln bestimmen.
Hier richtet sich die Aufmerksamkeit auf (verborgene) Muster und Angewohnheiten im Denken und Handeln. Glaubenssätze, starre Vorstellungen und Kompensationsmechanismen werden einfühlsam aufgedeckt, in Klarheit analysiert und behutsam gewandelt, so dass sie den partnerschaftlichen Bedürfnissen eher entsprechen.

Säule 2 - Zugewandtheit

In einem weiteren Schritt muss es in der Paarherapie darum gehen, ein Verständnis und eine Akzeptanz für sowohl die Bedürfnisse als auch die Reaktionen und die Art und Weise für sich selbst aber eben auch für die des anderen zu erwirken.
Hier kommen sowohl theoretische Darstellungen der jeweiligen Paardynamik, aber auch handfeste Übungen und Methoden zur Verbindungsaufnahme und -stärkung bzw. der Distanzüberwindung zum Tragen.
Auf dem Weg hin zur Zugewandtheit zeigt sich letztlich die Motivation des Einzelnen - gleichzeitig leidet sie am stärksten unter Verletzungen, Enttäuschungen oder Betrug. Hier ist Empathie sowie Einfühlsamkeit gefragt und es empfiehlt sich ein steter Wechsel der Perspektive, der den Klienten zwischen emotionaler Ebene und theoretisch-sachlicher Ebene hin und her führt, so dass einerseits Raum für die Emotionen vorhanden ist und andererseits eine höhere analytische Ebene eigenverantwortliches Handeln ermöglicht.

Säule 3 - Transparenz

Da Einsicht und Zugewandheit nicht alles sind und beides instabil wird, wenn die Partnerschaft sich neuen Herausforderungen gegenüber sieht, braucht es als drittes das vollständige Auftauchen jedes Einzelnen in der Beziehung. Ich muss mich zeigen, nur dann kann der andere mich auch sehen, einschätzen und selbst anhand dessen seine Schutzmechanismen mutig reduzieren.
Dieser Aspekt erfordert viel Fingerspitzengefühl, denn vielen Menschen fällt es schwer, wirklich transparent zu sein und in echte Verbindung zu gehen. Das eine geht aber nicht ohne das andere.
Hier setzt jede Form der Kommunikation an: verbal, in Körpersprache, in Umgang miteinander, in Taten und Handlungen, aber natürlich auch in körperlicher Nähe und Sexualität.

Erfahre in diesem Video Details über die Grundlagen der Bedürfnisorientierten Paartherapie - Die 3 Säulen einer tragfähigen Beziehung.

Konkrete Begleitung

Das eigentliche Vorgehen in der Paartherapie ist dann für den Klienten sehr viel individuell-flexibler strukturiert und es handelt sich idealerweise nicht um ein Abhaken der 3 Säulen in einer bestimmten Reihenfolge. Dafür sind die jeweiligen Paardynamiken zu divers und die Motivationen zu unterschiedlich.

Es ist daher wichtig, dass Du mit einem breiten Spektrum an handfesten Methoden künstlerisch auf die jeweilige Situation und die Bedürfnisse der Klienten eingehen kannst. Dies werden wir eingehend üben.

Und genau hier setzt die umfassende Methodik an, welche dir in der Ausbildung - immer im Kontext der 3 Säulen aber auch dem der Anwendungstauglichkeit - vermittelt wird.

Theoretische Analysemethoden wie die Motivationsanalyse, die Bedürfnisanalyse, die Analyse der Paardynamik etc. zeigen konkret und nachvollziehbar für jeden, wo die Baustellen, die hemmenden Glaubenssätze und Blockaden sowie schadhafte Verhaltensmuster sitzen. Die hochgradig tiefgehenden und dennoch leicht verständlichen Analysemethoden geben den Klienten die Möglichkeit für Erkenntnisse und ein Verständnis darüber, warum er handelt, wie er es tut. Das bildet die Basis für Integrität sowie die Motivation und Eigenverantwortung für eine Veränderung der Paardynamik.

Praktische Übungen dienen einerseits vor Ort für neue Erfahrungen und Fortschritt in der Begleitung, ermöglichen es aber auch als Hausaufgabe, die jeweils eigenen Bedürfnisse und Verhaltensweisen näher zu beleuchten. Andererseits dient der vielgestaltige, praktische Ansatz in der Therapie auch dem Aufdecken von distanzierenden Haltungen und Blockaden, welche direkt einfühlsam begeleitet in Bewegung gebracht werden können.

Der praktische Aspekt spricht mehr die emotionale und körperliche Wahrheit des Einzelnen an, während die theorethische Auseinandersetzung dem Verstand sein Futter gibt und damit für Erkenntnisse und Bewusstsein sorgt. 
Nur beides Zusammen wird der Erlebenswelt und Komplexität der Paartnerschaftsstruktur der Klienten gerecht! Und hier brauchst Du als Begleiter der paardynamischen Prozesse ein profundes Verständnis der Methodik, ein solides Handwerkszeug und die Flexibilität empathisch zwischen der klaren Führung und der sanften Begleitung der Klienten umher zu schalten.

Vermittelte Inhalte

  • Die 3 Säulen einer tragfähigen Partnerschaft
  • Partnerschaftsdynamiken
  • Konfliktdynamiken & Streitstrukturen
  • Kommunikationstraining
  • (r)evolutionäre Partnerschaft & Beziehungs-Kultur
  • Bedürfnissanalyse I & II
  • Klientenumgang
  • Annäherungsübungen & Distanzüberwindung
  • Alternative Beziehungsformen
  • Klarheit in den Beziehungsebenen
  • Integrität & Authentizität in der Beratung
  • Motivationsanalyse & Glaubenssatzmodifikation
  • Tipps zur Dokumentation und zur Buchhaltung